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  • The Spirit Scribe

Der Bonbonmacher und die Zeit


18.10.2020


T: Ich versuche, mich auf die Meditation zu konzentrieren. Aber alles, was ich schaffe, ist an Videoprojekte zu denken! An die Reihe, die A. plant, und auch an eigene. Zum Beispiel will ich ja mindestens Teile des Logbuchs vor laufender Kamera einlesen.



K: Nun, dann ist es vielleicht an der Zeit, jetzt loszuexperimentieren. Das miese Wetter geht ja bei euch gerade erst so richtig los ...

T: Wohl wahr. Aber was wird aus Ghomon und Gorgonn, meinem aktuellen Buchprojekt? Ich sollte doch endlich dieses dumme E-Book mal online geben! *seufz*

K: tja ... die lieben Pläne.

T: Man sagt zwar gemeinhin »Träume sind Schäume«, aber Pläne sind noch zehn mal schlimmer! Meine Pläne funktionieren grundsätzlich NIE im gesteckten Zeitrahmen.

K: Und deswegen machen Kinder keine Pläne.

T: Ja, ist wohl besser so. Es dauert, bis Kinder Termine machen und auf ihre Einhaltung pochen.

K: Die Zeit zu forcieren lernen sie durch euch, ihre Bezugspersonen. Dennoch ein recht sinnfreier Zeitvertreib, wenn ich das sagen darf. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie du mit Zeit umgehen kannst. Entweder, du schlägst sie in harte Blöcke und wanderst nie vom Thema ab. Dennoch können dich die harten Brocken dann hinterrücks erschlagen. Oder du behandelst die Zeit wie ein Bonbonmacher.


T: Ein Bonbonmacher?

K: Klar. Du hast doch mal gesehen, wie Bonbons geformt werden. [Das ist richtig. Ich war in Prag in einer Manufaktur.] So lange die Zuckermasse heiß und zäh ist, wird schnell schnell gearbeitet und im Rahmen der Möglichkeiten (im Fluss) manipuliert. Ist die Masse hart, musst du nehmen, was du bekommen hast. Aber selbst wenn etwas nicht hundertprozentig geklappt hat oder nicht so hübsch geworden ist, ist das Ergebnis immer noch zuckersüß. Wenn du wie ein Bonbonmacher (Künstler) mit der Zeit umgehst, bleibst du außerdem wach für die kleinen Überraschungen des Lebens. Wie ein Kind. Und für ›happy little accidents‹.

Du hast für dich selbst nie einen Sinn darin gesehen, die Zeit wie einen Betonklotz zu sehen oder zu behandeln. Du solltest nun also nicht damit anfangen.

Tu, was du kannst und wo es dich am meisten hinzieht. Das reicht völlig. »Tu nichts, was du hasst«, erinnerst du dich?

T: Heh. Das ist ein Zitat von Yeshua aus meinem Sachbuch übers Thomas-Evangelium. Touché!

[Timer abgelaufen.] Und bis morgen.

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