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  • tvahrens

Die Muse - Tag 1


30.11.2020


T: [ruft die Aspekte der Reihe nach zu Hilfe mit besonderem Augenmerk auf die Muse]

T: Liebe Muse, ich grüße dich! Ich hoffe, es ist okay, wenn ich keine Audioaufnahme mache, sondern wieder am Rechner mitschreibe? ;)

[Blind Guardian singt: »out of the mist it’s coming closer now ... sinner and saint ...«]


Die Muse kommt auf mich zu, angetan in ihren blühenden Kopfputz und ein asymmetrisch geschnittenes, irre sexy aussehendes, weinrotes Kleid. Ich hatte gedacht, sie legt musiktechnisch jetzt richtig auf, aber Passenger beginnt zu singen: »You only need the light when it’s burning low, only miss the sun when it starts to snow.« [Fun fact: am Morgen danach lag zum ersten Mal Schnee bei uns!!]

Sie tritt an mich heran und tanzt ganz sachte mit mir zu dieser schönen, sanften Stimme. Mir schießen sofort Tränen in die Augen. Wir verstehen uns komplett ohne Worte - und ich habe sie so vermisst!

Außerdem tut die Liedzeile »and you let her go« echt weh, denn jetzt gibt es so schnell ja erst einmal kein Gespräch mehr mit White. Das fühlt sich zunehmend an wie ein kalter Entzug.


Wortlos hüllt mich die Muse für den nächsten Tanz in mein Regenbogenkleid, während Imagine Dragons singt: »I’m on top of the world, take you with me if I can.« Dann wird es wieder langsamer während die Dixie Chicks singen: »The easy silence that you make for me. It’s okay if there’s nothing more to say to me .. and the way you keep the world at bay from me.«

Gerade bei der Muse habe ich oft das Gefühl, dass ihre Aufgabe bisweilen nicht darin besteht, meinen Kopf mit möglichst vielen Lerninhalten zu füllen, sondern mich dazu zu bringen, dass ich mich richtig entspanne und Freude habe an unserem Kontakt. Und ganz ehrlich: Wie viel mehr braucht man, wenn man mit der eigenen Muse im Raum zwischen den Welten tanzen kann?


Muse: Kreativität ist die simpelste und natürlichste Magieform im Universum. BIG MAGIC [wie das Buch von Elizabeth Gilbert völlig treffend beschrieb]. Du weißt, Emotion ist Energie. Wer also tiefe Emotionen in dir auslöst, der setzt deine Energie frei. Viele Menschen können einen Moment in ihrem Leben beschreiben, in dem sie sich fühlten, als hätte jemand Wasserrohre in ihre persönliche Wüste gelegt und ein Teil ihrer Seele könne nun endlich blühen. Kein Gott darf – nein KANN – dich in der Dualität deines Alltags derart beeinflussen, wie es Künstlern erlaubt ist. Ihr habt eine freiere Hand als Gott, wenn ihr erschafft. Und doch nirgendwo eine direktere Anbindung zu Allem-was-ist, als wenn ihr gerade mit Leib und Seele Kunst genießt. Auf diese Art sind Künstler buchstäblich Gottes rechte Hand. Aber ihr wollt das nicht hören! Nicht wahrhaben! Obwohl ihr das Unmögliche geschafft habt und Gottes klingende Gedanken auf totes Papier gebannt habt, um dem nächsten deutlich machen zu können, wie das Universum für euch klingt – mithilfe ein paar lächerlich anmutender Punkte und Striche! Wenn das kein Wunder ist, dann habe ich noch nie eines gesehen.

[Timer abgelaufen.]

T: Liebe Muse, ich freue mich schon unglaublich auf unseren morgigen Tanz. War direkt am PC tippen okay?

M: Etwas langsam, aber wir werden das hinbekommen. Wir haben noch den ganzen Dezembermonat Zeit.

T: Ich danke dir aus tiefstem Herzen. Ich freue mich drauf!

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